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  • Nancy Fis Jewellery

Das Fassen von Edelsteinen

Entgegen vieler Annahmen kleinere Edelsteine würde man in die Schmuckstücke einkleben, möchte ich nun erläutern wie die Steine gefasst werden.


Ganz allgemein: Fassen bedeutet, dass man den Stein mit Metall bedeckt. Dieses Metall sorgt dafür, dass der Stein an Ort und Stelle ruht und im Idealfall vor Stößen und daraus folgenden Beschädigungen geschützt ist.


Es gibt verschiedene Fassarten. Hier die Bedeutendsten:


-Krappenfassung (Chatonfassung) : Hierbei werden die Steine von kronenförmig angeordneten, schmalen Stiften an nur wenigen Stellen gehalten. Diese Fassungen wirken sehr leicht und schmückend. Der Stein bleibt (fast) komplett sichtbar. Bekannt wurde diese Fassart durch die beliebte Variante der Verlobungsringe, dem Solitär, bei dem, wie der Name es schon sagt, ein einzelner Brillant in einer Krappenfassung auf einer schmalen diskreten Ringschiene sitzt.


Alles hat jedoch seine Vor- und Nachteile.

Bei der Krappenfassung muss man wissen, dass die abgerundeten Krappenenden trotzdem an Kleidung hängen bleiben können, dies insbesondere wenn die Krappen durch längeres tragen abnutzen und abflachen.

Vorteil dieser Fassart ist jedoch, dass der Stein perfekt in Szene gesetzt wird und voll zur Geltung kommt.


Zargenfassung: Ganz klar mein Favorit. Man erkennt das bestimmt auch an meinen Schmuckstücken :-)

Der Stein ist hierbei rund um von einem geschlossenen Metallstreifen umgeben. Der obere Rand wird an den Stein angedrückt, zusätzlich ruht der Stein auf einer Auflage damit er nicht nach unten durchrutschen kann.


Für mich, eine super Alternative zum klassischen Solitär. Neu interpretiert, dennoch frisch und kaum Einbuße beim Steinumfang. Der Stein ist um ein vielfaches besser geschützt und man hat meines Erachtens einen höheren Tragekomfort. Man verletzt niemanden mit den abstehenden Krappen und zieht sich auch keine Fäden.

Ich möchte betonen, dass dieser Blog auf meinen persönlichen Erfahrungswerten beruht, ich möchte aber niemanden bekehren. Wenn man lieber Krappenfassungen hat, dann kriegt man diese auch :-)


-Verschnitt- oder Körnerfassung (Pavé): Auch hier kann man vom Namen ableiten, dem französischen Pavé zufolge, spricht man hier von Edelsteinen die im Werkstück selbst eingelassen sind und mit Hilfe von winzigen Körnern gehalten werden. Diese Körner erhält man durch herausschneiden vom Metall mit einem Stichel, sodass nur noch ein Korn übrig bleibt welches über den Stein gedrückt wird.



Hier erkennt man deutlich die Anordnung der Steine, wie Pflastersteine, eng nebeneinander, gediglich gehalten von winzigen Körnchen.

Diese Fassart ist sozusagen die Königsdisziplin und verlangt eine 3 Jährige Berufsausbildung zum Edelsteinfasser. Er bedarf vielen, fast unzähligen Stunden an Erfahrung und viel Geschick. Heutzutage behilft man sich zusätzlich einem Mikroskop und maschinell unterstützten Graviersticheln um ein so wunderschönes Pavé zu erzielen.

Die Körnerfassung trifft man typischerweise in der Haute Joaillerie an und ermöglicht sehr hochwertigen und hochkarätigen Schmuck.


Soviel zu den 3 gängigsten Fassarten,


Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Fassarten, wie zB: Eingeriebene Fassungen, Kanalfassungen, Spannringfassungen,....usw aber dies zu erläutern würde den Rahmen sprengen. ;-)


Ich hoffe es hat euch gefallen,


vielen Dank fürs Lesen und die Aufmerksamkeit,


Liebe Grüße,


Nancy Fis


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